{"id":47,"date":"2022-01-19T09:59:49","date_gmt":"2022-01-19T08:59:49","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8080\/?page_id=47"},"modified":"2022-01-19T16:42:33","modified_gmt":"2022-01-19T15:42:33","slug":"maria-montessori","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fv-kita-sandhaeuschen.de\/?page_id=47","title":{"rendered":"Maria Montessori"},"content":{"rendered":"\n<p>Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Chiaravalle in der Provinz Anconas geboren. Ihre Mutter Renilde Montessori, geb. Stoppani (1840 &#8211; 1912), stammte aus einer Gutsbesitzerfamilie und ihr Vater Alessandro Montessori (1832 &#8211; 1915) war Finanzbeamter. Der Vater war eher konservativ eingestellt, ihre Mutter vertrat jedoch eher liberale Ansichten. Was sich sp\u00e4ter auf die Berufswahl von Maria auswirkte.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/localhost:8080\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/csm_MARIA_MONTESSORI_9b649b6f28.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-203\" width=\"278\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/fv-kita-sandhaeuschen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/csm_MARIA_MONTESSORI_9b649b6f28.jpg 300w, https:\/\/fv-kita-sandhaeuschen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/csm_MARIA_MONTESSORI_9b649b6f28-184x300.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach der sechsj\u00e4hrigen Grundschulzeit, beschlo\u00df Maria 1883 auf eine naturwissenschaftlich-technische Sekundarschule zu gehen, welche normalerweise nur von Jungen besucht wurde. Ihr Vater konnte diese Wahl mit seinem kleinb\u00fcrgerlichen Weltbild nur sehr schwer vereinbaren, doch ihre Mutter stelle sich aufgrund ihrer offenen Weltanschauung auf die Seite Marias. Die Ausbildung an der Sekundarschule schloss sie mit gro\u00dfem Erfolg, vor allem in Mathematik, ab. Ihr Berufswunsch hatte sich w\u00e4hrend dieser Zeit ge\u00e4ndert, sie wollte nun \u00c4rztin werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Arztberuf war zu jener Zeit in Italien eine reine M\u00e4nnerdom\u00e4ne. Alessandro, ihren Vater, \u00fcberzeugte Maria insofern, dass er ihr das Studium nicht verbat, jedoch entstand durch diese Entscheidung ein tiefer Bruch zwischen den Beiden. Zun\u00e4chst verwehrte man ihr die Zulassung zum Medizinstudium, weshalb sie 1890 Naturwissenschaften an der Universit\u00e4t in Rom studierte. Letztendlich waren ihre Bem\u00fchungen zum Medizinstudium zugelassen zu werden von Erfolg gekr\u00f6nt. So begann sie 1892 als erste Frau das Medizinstudium. Sie musste viel Kritik und Diskriminierungen \u00fcber sich ergehen lassen, zum Beispiel durfte sie beim Sezieren der Leichen nicht mit M\u00e4nnern in einem Raum sein, was zur Folge hatte, dass sie abends und allein im Anatomiesaal arbeitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor der Beendigung ihres Medizinstudiums musste sie vor all ihren Mitstudenten einen Vortrag halten. Sie bew\u00e4ltigte diese Aufgabe mit Bravur und ihr Vater, welcher dem Vortrag beigewohnt hatte, war so stolz auf seine Tochter, dass sie sich wieder vers\u00f6hnten. Am 10. Juli 1896 promovierte Maria und wurde die erste \u00c4rztin Italiens, die \u201cDottoressa&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren 1896 &#8211; 1906 arbeitete sie erst in einer chirurgischen Klinik, sp\u00e4ter begann sich f\u00fcr die P\u00e4dagogik zu interessieren und arbeitete nun in einer psychiatrischen Klinik f\u00fcr geistig behinderte Kinder.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Punkt in ihrem Leben war die Beziehung zu Dr. Giuseppe Montesano, mit dem sie an der psychiatrischen Klinik eng zusammengearbeitet hatte. Aus dieser Beziehung entstand ihr Sohn Mario, welcher am 31. M\u00e4rz 1898 geboren wurde. Durch diese Entwicklung stand sie im Konflikt zwischen ihrer Karriere und ihrem Kind. Ein uneheliches Kind war zu dieser Zeit verp\u00f6nt. H\u00e4tte sie \u00f6ffentlich zu ihrem Sohn gestanden, w\u00e4re ihre Karriere beendet gewesen und damit auch ihre bisherigen p\u00e4dagogischen Bem\u00fchungen. Deswegen entschloss sie sich ihren Sohn in eine Pflegefamilie zu geben. Dort besuchte sie ihn h\u00e4ufig. Ihr eigenes Kind nicht selbst erziehen zu k\u00f6nnen war vielleicht ein Grund, warum sie sich so sehr um die bestm\u00f6gliche Erziehung aller Kinder bem\u00fchte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahren studierte sie erneut, diesmal P\u00e4dagogik, Experimentalpsychologie und Anthropologie. Sie hielt viele Vorlesungen und trieb ihre Erkenntnisse voran. Die ersten Grundz\u00fcge ihrer P\u00e4dagogik waren gedacht. An der psychiatrischen Klinik beobachtete sie geistig behinderte Kinder und stie\u00df auf das Ph\u00e4nomen der Polarisierung der Aufmerksamkeit. Sie versuchte die Kinder mit verschiedenen Sinnes\u00fcbungen zu erreichen und war damit erfolgreich. Der Wunsch dasselbe mit normalbegabten Kindern zu probieren war geweckt und die M\u00f6glichkeit dazu ergab sich am 6. Januar 1907, als sie das erste Kinderhaus &#8222;casa dei bambini&#8220; im r\u00f6mischen Proletarierviertel San Lorenzo er\u00f6ffnete. Durch ihre gro\u00dfen Erfolge wurden in Italien immer mehr Kinderh\u00e4user er\u00f6ffnet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1909 hielt Maria ihren ersten Ausbildungskurs \u00fcber ihre P\u00e4dagogik und ver\u00f6ffentlichte ihr Werk &#8222;Il metodo della pedagogica scientifica&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>1913 nahm sie ihren nun 15-j\u00e4hrigen Sohn Mario zu sich. Dieser begleitete sie in der folgenden Zeit bei ihren Reisen in verschiedene L\u00e4nder, wo Maria ihre P\u00e4dagogik durch Kurse und Vortr\u00e4ge bekannt machte. Die Montessori-Bewegung war international geworden, es wurden nun weltweit Montessori-Kinderh\u00e4user und -Schulen er\u00f6ffnet. Im Laufe der Zeit bezog sie Mario immer mehr mit ein und er wurde ihr Berater.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Bl\u00fcte der Montessori-Bewegung gelangten in Italien die Faschisten an die Macht. Mussolini unterst\u00fctzte ihre P\u00e4dagogik und die Methode wurde an allen italienischen Schulen eingef\u00fchrt, ihre P\u00e4dagogik wurde zur nationalen Erziehungstheorie Italiens. Als die Faschisten zu stark in ihr Werk eingriffen, l\u00f6ste Maria die Verbindung und floh nach Amsterdam. In Italien, Spanien, Russland und Deutschland wurden die Montessori-Schulen geschlossen. Sie erlitt gro\u00dfe R\u00fcckschl\u00e4ge und floh nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges nach Indien, wo sie von 1939 bis 1946 mit ihrem Sohn Mario lebte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zeit in Indien baute sie ein gro\u00dfes Netzwerk auf und es entstand eine starke indische Montessori-Bewegung. 1946 kehrte sie nach Europa zur\u00fcck und stand vor ihrem nahezu vernichteten Werk. Maria gab nicht auf und lie\u00df ihr Lebenswerk mit viel M\u00fche und vielen Reisen und Vortr\u00e4gen wieder aufbl\u00fchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am 6. Mai 1952 verstarb Maria Montessori \u00fcberraschend in Holland und hinterlie\u00df ihr Werk, welches von ihrem Sohn Mario weiterentwickelt wurde und bis heute aktuell geblieben ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Chiaravalle in der Provinz Anconas geboren. Ihre Mutter Renilde Montessori, geb. Stoppani (1840 &#8211; 1912), stammte aus einer Gutsbesitzerfamilie und ihr Vater Alessandro Montessori (1832 &#8211; 1915) war Finanzbeamter. Der Vater war eher konservativ eingestellt, ihre Mutter vertrat jedoch eher liberale Ansichten. 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